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Landesverordnung

über die Ausübung der Fischerei in den Binnengewässern

(Schleswig-Holsteinische Binnenfischereiordnung -BiFO-)

Vom 25. September 2001

Änderungsdaten:

- keine -

Eingangsformel:

Aufgrund des § 30 Abs. 1, des § 31 Abs. 3, des § 34 Abs. 7, des § 35 Abs. 1 und 2, des § 37 Abs. 2 und

des § 38 Abs. 2 des Landesfischereigesetzes (LFischG) vom 10. Februar 1996 (GVOBl. Schl.-H. S. 211),

zuletzt geändert durch Gesetz vom 12. Dezember 1997 (GVOBl. Schl.-H. S. 471), Zuständigkeiten und

Ressortbezeichnungen ersetzt durch Landesverordnung vom 13. Februar 2001 (GVOBl. Schl.-H. S. 34),

verordnet das Ministerium für ländliche Räume, Landesplanung, Landwirtschaft und Tourismus:

§ 1

Geltungsbereich

(1) Diese Verordnung gilt für die Binnengewässer nach § 1 Abs. 3 LFischG und für die Fischerzeugung in

besonderen Anlagen nach § 1 Abs. 1 LFischG.

(2) Zum Geltungsbereich nach Absatz 1 gehören das Ornumer Noor, die Strandlagune bei Aschau und das

Neustädter Binnenwasser seewärts bis zur Straßenbrücke in Neustadt.

§ 2

Mindestmaße und Schonzeiten

(1) In offenen Binnengewässern nach § 2 Abs. 2 LFischG gelten für die nachstehend aufgeführten Arten

folgende Mindestmaße, gemessen von der Kopfspitze bis zum Ende der Schwanzflosse, und Schonzeiten:

Fischart                                                                       Mindestmaß    Schonzeit

1. Bachneunauge (Lampetra planeri) -                                                    ganzjährig

 

2. Flußneunauge (Lampetra fluviatilis) -                                                  ganzjährig

 

3. Meerneunauge (Petromyzon marinus) -                                              ganzjährig

 

4. Stör (Acipenser sturio) -                                                                    ganzjährig

 

5. Äsche (Thymallus thymallus)                                     35 cm –

 

6. Bachforelle (Salmo trutta fario)                                   30 cm               vom 01.10. bis 31.12.

 

7. Lachs (Salmo salar)                                                  60 cm               vom 01.10. bis 31.12.

 

8. Meerforelle (Salmo trutta trutta)                                  40 cm               vom 01.10. bis 31.12.

 

9. Große Maräne (Coregonus lavaretus)                         30 cm –

 

10. Kleine Maräne (Coregonus albula) - -

 

11. Nordseeschnäpel (Coregonus oxyrhynchus) -                                    ganzjährig

 

12. Ostseeschnäpel (Coregonus lavaretus balticus)         40 cm             vom 01.11 bis 31.01.

 

13. Alse, Maifisch (Alosa alosa) -                                                          ganzjährig

 

15. Binnenstint (Osmerus eperlanus spirinchus) - -

14. Finte (Alosa fallax)                                                  30 cm –

 

16. Stint (Osmerus eperlanus eperlanus) - -

 

17. Aal (Anguilla anguilla)                                              35 cm –

 

18. Flußbarsch (Perca fluviatilis) - -

 

19. Hecht (Esox lucius)                                                45 cm               vom 15.02. bis 30.04.

 

20. Kaulbarsch (Gymnocephalus cernua) - -

 

21. Quappe (Lota lota)                                                  35 cm –

 

22. Wels (Silurus glanis)                                               70 cm               vom 01.05. bis 30.06.

 

23. Zander (Stizostedion lucioperca)                              40 cm –

 

24. Aland (Leuciscus idus) - -

 

25. Barbe (Barbus barbus) -                                                                  ganzjährig

 

26. Bitterling (Rhodeus sericeus amarus) -                                             ganzjährig

 

27. Brassen (Abramis brama) - -

 

28. Döbel (Leuciscus cephalus) - -

 

29. Elritze (Phoxinus phoxinus) -                                                           ganzjährig

 

30. Giebel (Carassius auratus gibelio) - -

 

31. Gründling (Gobio gobio) -                                                                vom 01.01. bis 15.05.

 

32. Güster (Blicca bjoerkna) - -

 

33. Hasel (Leuciscus leuciscus) -                                                          ganzjährig

 

34. Karausche (Carassius carassius) - -

 

35. Karpfen (Cyprinus carpio)                                        35 cm –

 

36. Moderlieschen (Leucaspius delineatus) -                                          ganzjährig

 

37. Schleie (Tinca tinca)                                               25 cm –

 

38. Rapfen (Aspius aspius)                                           50 cm –

 

39. Rotauge (Rutilus rutilus) - -

 

40. Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus) - -

 

41. Ukelei (Alburnus alburnus) -                                                 ganzjährig

 

42. Zährte (Vimba vimba) -                                                                    ganzjährig

 

43. Zope (Abramis ballerus) -                                                                ganzjährig

 

44. Bachschmerle (Barbatula barbatula) -                                               ganzjährig

 

45. Groppe (Cottus gobio) -                                                                   ganzjährig

 

46. Ostgroppe (Cottus poeciliopus) -                                                      ganzjährig

 

47. Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) -                                            ganzjährig

 

48. Steinbeißer (Cobitis taenia) -                                                           ganzjährig

 

49. Dreistachliger Stichling (Gasterosteus aculeatus) - -

 

50. Zwergstichling (Pungitius pungitius) - -

 

51. Dorsch (Gadus morhua)                                          35 cm –

 

52. Flunder (Pleuronectes flesus)                                   25 cm –

 

53. Flußkrebs (Astacus astacus) -                                                        ganzjährig

 

54. Abgeplattete Teichmuschel (Pseudanodontacomplanata)-                  ganzjährig

 

55. Bachmuschel (Unio crassus) -                                                         ganzjährig

 

56. Flache Teichmuschel (Anodonta anatina) -                                       ganzjährig

 

57. Gemeine Teichmuschel (Anodonta cygnea) -                                    ganzjährig

 

58. Große Flussmuschel (Unio tumidus) -                                              ganzjährig

 

59. Malermuschel (Unio pictorum) -                                                       ganzjährig

 

60. Amerikanischer Hundsfisch (Umbra pygmaea) - -

 

61. Blaubandgründling (Pseudorasbora parva) - -

 

62. Europäischer Hundsfisch (Umbra krameri) - -

 

63. Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) - -

 

64. Sonnenbarsch (Lepomis gibbosus) - -

 

65. Zwergwels (Ictalurus nebulosus) - -

 

66. Amerikanischer Flußkrebs (Orconectes limosus) - -

 

67. Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus) - -

 

68. Sumpfkrebs (Astacus leptodactylus) - -

 

69. Wandermuschel (Dreissena polymorphal) - -

 

70. Wollhandkrabbe (Eriocheir sinensis) - -

 

(2) Es ist verboten, Fische, die das für sie festgelegte Mindestmaß unterschreiten oder während der für sie

festgelegten Schonzeit gefangen werden, sich anzueignen, anzulanden, zu befördern, zu verkaufen oder

anderweitig zu verwerten.

(3) Werden Fische gefangen, die einem Verbot nach Absatz 2 unterliegen, sind sie nach guter

fischereilicher Praxis vom Fanggerät zu befreien und unverzüglich frei in das Fanggewässer

zurückzusetzen, ohne Rücksicht darauf, ob sie unverletzt, verletzt oder tot sind.

(4) Sind Fische, die einem Verbot nach Absatz 2 unterliegen, zusammen mit anderen Fischen gefangen

worden, sind sie von diesen zu trennen und unverzüglich in das Fanggewässer zurückzusetzen ohne

Rücksicht darauf, ob sie unverletzt, verletzt oder tot sind. Erfolgt die Trennung nicht vor der Vermarktung,

gilt der gesamte Fang als untermaßig oder schonzeitgeschützt.

(5) Für Erwerbsfischerinnen und Erwerbsfischer gilt die unter Absatz 1 festgelegte Schonzeit nicht für den

Hecht. Abstreifbaren weiblichen Hecht dürfen sie nur dann anlanden, befördern, verkaufen oder

anderweitig verwerten, wenn dieser vorher zum Zwecke der künstlichen Erbrütung abgestreift worden ist.

§ 3

Besatz, übertragbare Fischkrankheiten

(1) Als regional heimisch nach § 13 Abs. 3 LFischG gelten die Arten nach § 2 Abs. 1. In § 2 Abs. 1 nicht

aufgeführte Arten sowie Arten nach § 2 Abs. 1 Nr. 60 bis 70 dürfen in offenen Binnengewässern nicht

ausgesetzt werden. Besatz ist in der Regel aus regionalen Beständen zu gewinnen.

(2) Mit Fischarten, für die ein Mindestmaß vorgeschrieben ist, darf Besatz in offenen Binnengewässern nur

erfolgen, wenn sie das Mindestmaß noch nicht erreicht haben.

(3) Über die durchgeführten Besatzmaßnahmen hat die oder der Fischereiberechtigte oder die oder der

Fischereiausübungsberechtigte Aufzeichnungen über Ort und Datum der Besatzmaßnahme sowie über

Art, Alter, Menge und Herkunft der eingesetzten Fische zu machen und mindestens drei Kalenderjahre

nach Ablauf des Besatzjahres aufzubewahren; sie sind der oberen Fischereibehörde auf Verlangen

vorzulegen.

(4) Es ist verboten, in Binnengewässern, mit Ausnahme von Teichwirtschaften oder besonderen Anlagen

der Fischerzeugung, gentechnisch veränderte Fische oder deren Nachkommen einzusetzen, oder Fische,

die von einer übertragbaren Krankheit befallen, krankheitsverdächtig oder Überträger einer solchen sind,

einzusetzen, zur Zucht zu verwenden oder als Besatzfische in Verkehr zu bringen.

(5) Übertragbare Krankheiten nach § 38 Abs. 2 Satz 1 LFischG sind insbesondere:

1. Fischseuchen nach der Verordnung zum Schutz gegen Süßwasserfisch-Seuchen,

Muschelkrankheiten und zur Schaffung seuchenfreier Fischhaltungsbetriebe und Gebiete

(Fischseuchen-Verordnung) in der Fassung der Bekanntmachung vom 16. Mai 2001 (BGBl. I S.

937)

2. die Frühlingsvirämie der Karpfen (SVC)

3. die Schwimmblasenentzündung bei Karpfen

4. die Furunkulose bei Salmoniden

5. die Süßwasseraalseuche

6. die Fleckenseuche des Hechtes

7. die Fleckenseuche der Cypriniden, Perciden und Coregoniden

8. die Drehkrankheit

9. die Grießkörnchenkrankheit

10. die Porzellankrankheit bei Krebsen

11. die Krebspest

12. die Ergasilosen

§ 4

Schonbezirke

(1) In den in der Anlage aufgeführten Schonbezirken ist der Fischfang verboten.

(2) In allen in der Anlage nicht aufgeführten sonstigen Fischwegen ist der Fischfang auf einer

Gewässerstrecke von 50 m oberhalb bis 50 m unterhalb des Fischweges verboten.

§ 5

Winterschonzeit

(1) Zum Schutz der Winterlaicher ist der Fischfang vom 01.10. bis 31.12. in folgenden Gewässern und

deren Zuläufen verboten:

1. Krusau

2. Langballigau

3. Au bei Habernis

4. Grimsnisau

5. Loiter Au

6. Lindaubach (Güderotter Au)

7. Hüttener Au

8. Osterbek

9. Koseler Au

10. Kriesebyau

11. Schwastrumer Au (Bokenau)

12. Kronsbek

13. Eider von der Quelle bis zum Klärwerk Flintbek

14. Hohenfelder Mühlenau

15. Kossau

16. Farver Au (Steinbek) und Randkanal von Einmündung der Farver Au bis zur Kreisstraße 48

(Auslaufwerk im Deich)

17. Kremper Au und Lachsbach sowie der nördliche Bereich des Neustädter Binnenwassers bis zu

einem Kreis mit einem Radius von 250 m um die Mündung des Lachsbaches

18. Trave von der Quelle bis zur Straßenbrücke (B 206) bei Bad Segeberg

19. Pulverbek

20. Beste

21. Bille

22. Pinnau von der Quelle bis unterhalb der Einmündung der Bilsbek

23. Krückau von der Quelle bis zur Bundesautobahn 23

24. Offenau

25. Stör von der Quelle bis unterhalb der Einmündung der Bünzau

26. Bramau bis zur Einmündung in die Stör

27. Mühlenbarbeker Au

28. Rantzau

29. Gieselau

30. Hanerau vom Mühlenteich bis zur Mündung in den Nord-Ostsee-Kanal

31. Haaler Au von der Quelle bis oberhalb der Einmündung der Fuhlenau

32. Luhnau

33. Jevenau

34. Wehrau, Mühlenau und Reidsbek

35. Neue Sorge von der Quelle bis oberhalb Tetenhusen

36. Treene von der Quelle bis unterhalb der Einmündung der Silberstedter Au

37. Lecker Au von der Quelle bis unterhalb der Einmündung der Brebek

38. Soholmer Au oberhalb des Goldebeker Mühlenstroms

(2) Ausgenommen von der Winterschonzeit sind die Seen im Zuge dieser Gewässer und

Gewässerstrecken.

§ 6

Elektrofischerei

(1) Der Fischfang unter Anwendung von elektrischem Strom (Elektrofischerei) darf nur mit Genehmigung

der oberen Fischereibehörde zum Fang von Laichfischen, für Bestandsaufnahmen zur Beweissicherung

oder zur Erstellung von Hegeplänen, für wissenschaftliche Untersuchungen oder zur nachhaltigen und mit

anderen Fischereigeräten nicht erreichbaren Gewässerbewirtschaftung ausgeübt werden.

(2) Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn die Antragstellerin oder der Antragsteller

1. nachweist, dass die für den Betrieb des Elektrofischereigerätes verantwortliche Person an einem

von der oberen Fischereibehörde anerkannten Lehrgang über die Elektrofischerei teilgenommen

hat (Bedienungsschein) oder Fischwirtin oder Fischwirt ist und

2. nachweist, dass das einzusetzende Elektrofischereigerät einschließlich seines Zubehörs den

allgemein anerkannten Regeln der Technik entspricht (Zulassungsschein).

§ 7

Art und Anwendung von Fischereigeräten

(1) Neben den nach § 31 LFischG verbotenen Fangmethoden ist das Reißen von Fischen mit Angelhaken

verboten. Feststehende Haken sind nur als Einzelhaken erlaubt.

(2) Stellnetze und Reusen sind so einzusetzen, dass ein Beifang von anderen Tieren, wie Wasservögeln

und Fischottern, möglichst vermieden wird.

§ 8

Mitführen von Fischereigeräten

(1) Fischereigeräte, die nach § 6 nicht genehmigt oder nach § 7 verboten sind, dürfen auf oder an

Gewässern nicht mitgeführt werden.

(2) Niemand darf auf oder an Gewässern, in denen er nicht fischereiberechtigt oder

fischereiausübungsberechtigt ist, Fischereigeräte in fangbereitem Zustand mit sich führen. Ein

Fischereigerät befindet sich in fangbereitem Zustand, wenn es unverpackt oder unverschnürt zum

unmittelbaren Fangeinsatz fertiggerüstet ist.

(3) Niemand darf andere als für ihn erlaubte Fischereigeräte auf oder an Gewässern, in denen er

fischereiberechtigt oder fischereiausübungsberechtigt ist, mit sich führen.

§ 9

Kontrolle von Fischereigeräten

Ausgelegte Stellnetze und Aalschnüre sind täglich zu kontrollieren; Fänge sind unverzüglich zu

entnehmen.

§ 10

Verwendung von toten Köderfischen

In offenen Binnengewässern dürfen nur solche aus dem Gewässersystem des Fanggewässers

stammende oder in Teichwirtschaften oder vergleichbaren Anlagen erzeugte Fische heimischer Arten oder

Teile von ihnen als Köder verwendet werden; § 2 Abs. 2 und § 3 Abs. 4 gelten entsprechend.

§ 11

Ständige Fischereivorrichtungen

In offenen Binnengewässern müssen ständige Fischereivorrichtungen einen Latten- oder Stababstand

oder eine Maschenweite, gemessen von Knotenmitte zu Knotenmitte, von mindestens 10 mm haben. Sind

sie mit einer Stauanlage baulich verbunden, wird die nach § 18 Abs. 2 LFischG freizuhaltende halbe

Gewässerbreite nach der jeweiligen Abflußbreite des Stauwehres einschließlich der ständigen

Fischereivorrichtungen bemessen.

§ 12

Absperrung mit Fischereigeräten

(1) In fließenden Gewässern dürfen andere als in § 11 genannte Fischereivorrichtungen oder

Fischereigeräte, wie Stellnetze, Hamen und Reusen, die im Gewässerbett oder am Ufer befestigt oder

verankert sind, nicht so eingerichtet oder ausgelegt werden, dass sie einen Abstand von weniger als 200 m

voneinander haben und mehr als die Hälfte der Gewässerbreite absperren.

(2) Vor Ein- oder Ausläufen von Seen oder sich verengenden Seenverbindungen von offenen Gewässern

dürfen andere Fischereivorrichtungen oder Fischereigeräte im Sinne des Absatzes 1 in einem Bereich

nicht eingerichtet oder ausgelegt werden, der in einem Abstand von 40 m vor der Mitte des Ein- oder

Auslaufes oder der Verengung und einem seitlichen Abstand von 40 m beiderseits von ihr ein Rechteck

bildet.

§ 13

Eisfischerei

Bei der Eisfischerei sind die ins Eis geschlagenen Löcher auf deutlich sichtbare Art zu kennzeichnen.

§ 14

Schutz der Fischgewässer

(1) Gewässerunterhaltungsmaßnahmen haben stets so fischschonend wie möglich zu erfolgen. Werden

dabei Fische aus dem Gewässer entfernt, sind sie entsprechend § 2 Abs. 3 zurückzusetzen.

(2) Laich- und Aufwuchsgebiete von Fischen, die einer Schonzeit nach § 2 Abs. 1 unterliegen, dürfen nur

durch Handräumung unterhalten werden. Die obere Fischereibehörde legt diese Gebiete und den Zeitraum

im Einvernehmen mit der zuständigen Wasserbehörde, dem zuständigen Träger der

Gewässerunterhaltung und dem oder den Fischereiberechtigten oder Fischereiausübungsberechtigten

fest.

(3) In Gewässern nach § 5 Abs. 1 dürfen in der Zeit vom 1. Oktober bis 30. April keine

Gewässerunterhaltungsmaßnahmen vorgenommen werden.

§ 15

Befreiungen und Ausnahmen

(1) Die §§ 2, 4 bis 6 und 12 finden für die obere Fischereibehörde, das Institut für Meereskunde in Kiel und

die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein sowie mit Zustimmung der oberen Fischereibehörde auch

für andere wissenschaftliche Institute und Organisationen der Fischerei keine Anwendung.

(2) Die obere Fischereibehörde kann die Befreiung nach Absatz 1 entziehen, wenn nachhaltige

Beeinträchtigungen der Fischerei zu befürchten sind.

(3) Die obere Fischereibehörde kann Ausnahmen von den §§ 2, 3 Abs. 2, §§ 4, 5 und 6 Abs. 2

genehmigen.

(4) Befreiungen nach Absatz 1 und Ausnahmegenehmigungen nach Absatz 3 ersetzen nicht die nach § 14

LFischG erforderlichen privatrechtlichen Erlaubnisse zum Fischfang.

§ 16

Ordnungswidrigkeiten

Ordnungswidrig nach § 46 Abs. 1 Nr. 15 LFischG handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig

1. entgegen § 2 Abs. 2 untermaßige oder während der Schonzeit gefangene Fische sich aneignet,

anlandet, befördert, verkauft oder anderweitig verwertet,

2. entgegen § 2 Abs. 3 untermaßige oder während der Schonzeit gefangene Fische nicht

unverzüglich frei in das Fanggewässer zurücksetzt, oder sie entgegen § 2 Abs. 4 nicht von den

anderen mitgefangenen Fischen vor der Vermarktung trennt und zurücksetzt,

3. entgegen § 2 Abs. 5 abstreifbaren weiblichen Hecht verkauft oder anderweitig verwertet, ohne ihn

vorher zum Zwecke der künstlichen Erbrütung abzustreifen,

4. entgegen § 3 Abs. 1 Fische aussetzt,

5. entgegen § 3 Abs. 2 Gewässer mit Fischen besetzt, die ein für sie vorgeschriebenes Mindestmaß

erreicht oder überschritten haben,

6. entgegen § 3 Abs. 3 keine oder unvollständige Aufzeichnungen führt , die Aufbewahrungsfrist nicht

einhält oder die Aufzeichnungen der oberen Fischereibehörde auf Verlangen nicht vorlegt,

7. entgegen § 3 Abs. 4 gentechnisch veränderte Fische oder deren Nachkommen in die genannten

Gewässer einsetzt oder von einer übertragbaren Krankheit befallene, danach verdächtige oder

solche Krankheiten übertragende Fische zur Zucht verwendet, als Besatzfische in den Verkehr

bringt oder in andere Gewässer einsetzt,

8. entgegen § 4 in Schonbezirken den Fischfang ausübt,

9. entgegen § 5 Abs. 1 während der Winterschonzeit den Fischfang ausübt,

10. entgegen § 6 Abs. 1 den Fischfang unter Anwendung elektrischen Stroms ohne Genehmigung

ausübt,

11. entgegen § 7 Abs. 1 Fischereigeräte einsetzt,

12. entgegen § 8 Abs. 1 ungenehmigte oder verbotene Fischereigeräte mit sich führt,

13. entgegen § 8 Abs. 2 Fischereigeräte in fangbereitem Zustand mit sich führt,

14. entgegen § 8 Abs. 3 andere als für ihn erlaubte Fischereigeräte mit sich führt,

15. entgegen § 9 ausliegende Stellnetze oder Aalschnüre nicht kontrolliert oder Fänge nicht

unverzüglich entnimmt,

16. entgegen § 10 Fische oder Teile von ihnen als Köder verwendet,

17. entgegen § 11 ständige Fischereivorrichtungen mit geringeren Abständen oder Maschenweiten

betreibt,

18. entgegen § 12 Absperrungen vornimmt,

19. entgegen § 13 ins Eis geschlagene Löcher nicht deutlich sichtbar kennzeichnet,

20. entgegen § 14 Gewässerunterhaltungsmaßnahmen vornimmt oder

21. entgegen Nebenbestimmungen zu nach § 15 Abs. 3 erteilten

Genehmigungen handelt.

§ 17

Inkrafttreten

(1) Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft.

(2) Gleichzeitig tritt die Landesverordnung über die Ausübung der Fischerei in den Binnengewässern

(Schleswig-Holsteinische Binnenfischereiordnung - BiFO) vom 1. April 1994 (GVOBl. Schl.-H. S. 208)

außer Kraft.

Anlage:

zu § 4 BiFO

Laich- und Fischschonbezirke

(1) Das Gebiet der Schwentine von der Neumühle bei Eutin bis zum Ehmbruchgraben ist vom 1. März bis

30. September Laichschonbezirk.

(2) Zu ganzjährigen Fischschonbezirken werden erklärt:

1 Langballigau

a. im Bereich des Fischweges in Unewatt von der Straßenbrücke unterhalb des Fischweges bis 50 m

oberhalb der Abzweigung zum Fischweg,

b. im Bereich des Fischweges in Streichmühle zwischen der Straßenbrücke der B 199 und der

Straßenbrücke der Landstraße von Streichmühle nach Grundhof,

2. Bollingstedter Au

a. unterhalb des Fischweges in Bollingstedt im unteren Mühlenteich und oberhalb des Fischweges

innerhalb einer Linie vom uferfernen Fundament des Sommerhauses bis zum Überlaufschacht des

Stauteiches an der Straßenbrücke,

b. unterhalb des Fischweges in Sieverstedt bis an die westliche Brückenbefestigung der

Straßenbrücke,

c. Loiter Au im Bereich des Fischweges Oxbek/Boholzer Au von der ersten Sohlschwelle unterhalb

des Fischweges bis 50 m oberhalb des Fischweges in der Oxbek.

d. Schwentine unterhalb des Fischweges im Bereich westlich des Fähranlegers Neumühlen bis zu

einer Linie vom südlichen Pfeiler am Ende des Fähranlegers Neumühlen bis zur

gegenüberliegenden Ecke des Sportboothafens und oberhalb des Fischweges bis zu einer Linie,

die vom Südufer der Schwentine beim Gartengrundstück des Gasthauses "Stadt Kiel" (markant

vorspringende nordöstliche Ecke des Grundstücks) bis zum südlichen Betonpfeiler am

Schwentinewehr verläuft.

e. Trave

f. im Bereich des Fischweges in Bad Oldesloe von der Straßenbrücke (Lübecker-Tor-Brücke, alte B

75) bis zum Beginn des Mühlenumlaufgrabens am Postgelände,

g. im Bereich von 50 m oberhalb bis 50 m unterhalb des Fischweges am Sohlabsturz Bad Oldesloe

bei Trave Km 1+190

h. Elbe beim Stauwehr Geesthacht auf der rechten Seite der Elbe vom Knick im Uferdeckwerk 290 m

oberhalb des Wehres bis zur zweiten Buhne 160 m unterhalb des Wehres.

i. Krückau im Bereich des Fischweges am Stauwehr des Rantzauer Sees von der Straßenbrücke

unterhalb bis 50 m oberhalb des Fischweges auf der gesamten Gewässerbreite und im

Parallelgraben.

j. Kremper Au im Bereich des Fischweges am Hasselburger Mühlenwehr zwischen Hasselburger

Mühlenwehr und der Straßenbrücke an der Verbindungsstraße zur B 207.

k. Pinnau im Bereich der Wulfsmühle von 50 m oberhalb bis 50 m unterhalb des Fischweges.

l. Schirnau (bei Einmündung in den Nord-Ostsee-Kanal) von 50 m oberhalb bis 50 m unterhalb des

Fischweges.